Friederike Freifrau von Elverfeldt

Auftraggeberin der Martfelder Kapelle

Friederike Freifrau von Elverfeldt; Ölgemälde ca. 1840, Privatbesitz (Foto: © Anne Peter, 1999)

Friederike Freifrau von Elverfeldt erwarb 1839 das Rittergut Martfeld bei Schwelm und ließ in den Folgejahren Wohn- und Wirtschaftsgebäude grundlegend renovieren. Dieser große finanzielle Aufwand war möglich, da sie aus dem Erbe ihrer Eltern über ein eigenes Vermögen verfügte. Sie nahm ihren ständigen Wohnsitz auf Gut Martfeld, kaufte etliche Morgen Land hinzu und legte auf dem Gelände um das Haus einen großen Park an.

Martfeld-Kapelle im neugotischen Stil (Foto: © Arno Kowalewski)

1860 ließ sie nach den Plänen des in Deutschland bekannten Kirchenbaumeisters Vincenz Statz aus Köln im Martfelder Park eine Andachtskapelle in gotischem Stil erbauen. 1867 beauftragte sie den im Rheinland und in Westfalen nicht minder bekannten Gerhard August Fischer aus Barmen einen Anbau anzufügen, der als Grablege dienen sollte. Noch heute ist die Martfelder Kapelle ein ganz besonderes bauliches Schmuckstück, stellt sie doch das, von zwei der berühmtesten Baumeistern der Zeit entworfene, einzige neugotische Bauwerk in der Stadt dar.

Friederike von Schwachenberg wurde 1795 auf Haus Hove, heute in Wetter-Oberwengern an der Ruhr gelegen, geboren. Sie heiratete 1818 Ludwig Freiherr von Elverfeldt aus Langen bei Bentheim und lebte mit ihm einige Jahre auf Gut Steinhausen bei Wetter. Aus dieser Ehe gingen die drei Kinder Ludwig Levin, Friederike und Helene hervor. Friederike Freifrau von Elverfeldt starb 1872 auf Gut Martfeld und wurde im Anbau ihrer Kapelle beigesetzt.

In ihren letzten Lebensjahren stand ihr Sohn Ludwig Levin Elverfeldt ihr zur Seite, der mit seiner Familie ebenfalls auf Gut Martfeld lebte. Im Oktober 1868 starb seine Ehefrau Wilhelmine nach der Geburt ihres zweiten Kindes, Maximilian Friedrich Alexander. Auch der Säugling starb im Januar des Folgejahres. Mutter und Sohn wurden kurz nach der Fertigstellung des Anbaus in der Kapelle beigesetzt.
Vermutlich in den 1920er Jahren überführten die Nachfahren die Särge in die Familiengrablege der Barone von Elverfeldt auf Schloss Canstein bei Marsberg.

Balduin von Hövel, Enkel der gleichnamigen verstorbenen Tochter Friederikes, übertrug 1954 das Anwesen Martfeld mit Kapelle und Ländereien an die Stadt Schwelm. 1996 erwarb der Verschönerungsverein Schwelm die kurz vor dem Verfall stehende Martfelder Kapelle und ließ sie in enger Abstimmung mit dem Verein für Heimatkunde Schwem und der AGU denkmalgerecht restaurieren. Seitdem wird sie von Bürgern für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Anne Peter

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Weitere Literatur zu Friederike Freifrau von Elverfeldt und der Martfelder Kapelle gibt es über den Verein für Heimatkunde Schwelm e.V. – Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Zugriffe heute: 2 - gesamt: 182.